Direkt zum Inhalt wechseln

Navigation


Im Bereich Navigation beschäftigt sich das SeRANIS-Team mit vorsätzlichen Störungen des GPS- oder GNSS-Empfangs auf der Erdoberfläche. Um dieser Problematik zukünftig entgegenwirken zu können, werden spezielle Empfangsantennen sowie eine Aufzeichnungseinheit entwickelt und im SeRANIS-Satelliten angebracht.

Besondere Anforderungen werden auch an die notwendige, komplexe Analysesoftware gestellt. Diese muss hochempfindlich sein, um auch kleinste Störungen des GNSS-Signals zu entdecken. Zudem wird die Analysesoftware in der Lage sein, über die Dopplerverschiebung und andere Parameter Störquellen zu lokalisieren und zu charakterisieren.

Die Payload wird in enger Zusammenarbeit mit anderen Laboreinheiten entwickelt, da es viele Synergien zu Internet of Things (IoT) oder anderen Satelliten­kommunikations­experimenten gibt. Sobald ATHENE1 im All ist, wird der Satellit gemeinsam mit der Software getestet, indem gezielt vom Campus der UniBw M aus GNSS-Signal-Störungen erzeugt werden.

Kernziele & Allein­stellungs­merkmal

Neben der Hardwareentwicklung ist es unser Ziel, eine innovative Software mit den oben genannten Anforderungen umzusetzen. Wir stellen uns der komplexen Aufgabe, die vielen Einzelelemente aufeinander abzustimmen und die Funktionsfähigkeit der Technologie im Orbit nachzuweisen.

Eine Satellitenmission eignet sich im Gegensatz zur Funküberwachung auf der Erde bestens, um rasch sehr große Gebiete nach Störungen abzusuchen. Da bei SeRANIS eine Breitbandverbindung zum Boden realisiert werden kann, können sehr aufwändige und empfindliche Algorithmen implementiert werden. Wir werden in der Lage sein, kleinste Störungen entdecken und lokalisieren zu können, was andere Missionen, welche die Signale direkt am Satelliten prozessieren, bisher noch nicht erreichen konnten.

Was wollen wir erreichen?

Die Nutzung von GNSS ist heute für viele Anwendungen unverzichtbar. Dies beginnt bereits bei der Navigation im Smartphone und geht über die Synchronisierung von Mobilfunkbasisstationen bis hin zur Steuerung autonom fahrender Fahrzeuge (ab Level 3).

Hinzu kommt, dass Störungen der GNSS-Signale aufgrund der instabilen geopolitischen Lage immer weiter zunehmen. Mit unserer Mission wollen wir sowohl der Gesellschaft als auch der Bundeswehr mehr Einblick in die globale Verteilung von Störungen geben.

Beteiligte Institute

Institut für Raumfahrttechnik
Institut für Satellitennavigation
Institut für Informationstechnik
Institut für Hoch- und Höchstfrequenztechnik

Ansprech­partner

Univ.-Prof. Mag. Dr. habil. Thomas Pany
Nikolas Dütsch