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6G-Forschungs-Hub

Alle 10 Jahre gibt es eine neue Mobilfunkgeneration. Hierbei verdoppeln sich in der Regel die maximalen Datenraten um das 100-fache. Die sechste Generation (6G) wird nun für 2030 erwartet. Bei 5G war der Fokus auf Netzen mit kurzer Verzögerung (Latenz) für die Industrie. Bei 6G wird die weltweite Netzabdeckung eine noch bedeutendere Rolle haben. Eine wesentliche Stütze von 6G werden deshalb voraussichtlich Konstellationen von Kleinsatelliten im niedrigen Erdorbit sein, um auch dann noch miteinander zu kommunizieren, wenn die terrestrischen Netze nicht verfügbar sind.

Im Rahmen des Forschungsfeldes 6G wird ein terrestrisches Mobilfunknetz für Forschungszwecke auf dem Campus der UniBw M errichtet. Dabei werden die Endgeräte in die Lage versetzt, über den SeRANIS-Satellit ATHENE1 miteinander zu kommunizieren. Der Satellit selbst fungiert entweder als Relaisstation im Weltall oder direkt als 6G-Basisstation. Im Rahmen der Kleinsatellitenmission werden hierbei erstmals Teile der zukünftigen Mobilfunk-Protokolle im Weltall betrieben, wodurch der Mobilfunkmast im Weltall ein Stückchen näher an die Wirklichkeit rückt.

Kernziele und Alleinstel­­­lungs­merkmal

Unser Ziel ist es, eine möglichst flexible Satelliten-Nutzlast zu realisieren, um verschiedene Mobilfunk-Protokolle direkt auf dem Satelliten zu betreiben. Um Softwareupdates für unsere 6G-OnBoard-Basisstation während der Mission zu erlauben, wird auf eine flexible FPGA und Prozessorarchitektur zurückgegriffen. Durch das Zusammenspiel mit dem terrestrischen Mobilfunknetz am Boden haben wir eine einzigartige Infrastruktur zur Durchführung von Experimenten für die 6G-Forschung.

Als Leuchtturmprojekt im Bereich der 6G-Satellitenintegration ermöglichen wir im Zusammenspiel mit unseren europäischen Forschungspartnern eine einzigartige Test- und Experimentierumgebung, um die Standardisierung zu 6G maßgeblich zu beeinflussen. Insbesondere sollen die Implementierbarkeit und Funktionsfähigkeit einer 6G-OnBoard-Basisstation für LEO-Satelliten nachgewiesen werden.

Was wollen wir erreichen?

Der Satellit ATHENE1 wird als Technologieplattform zur Evaluation von satellitenbasierten 6G-Diensten dienen und es ermöglichen, umfangreiche Kommunikationsexperimente im Zusammenspiel mit dem terrestrischen Mobilfunknetz zu demonstrieren.

In Kooperation mit unseren europäischen Forschungspartnern wollen wir einen Beitrag zur zukünftigen Mobilfunk-Standardisierung unter Berücksichtigung von LEO-Satelliten leisten. An dieser Stelle spielen insbesondre behördliche Anwendungsfälle für 6G-Netze eine große Rolle.

Beteiligte Institute

Institut für Informationstechnik
Institut für Mikroelektronik und Schaltungstechnik
Institut für Nachrichtentechnik und Datenübertragungstechnik

Ansprech­­partner

Prof. Dr.-Ing. Petra Weitkemper
Prof. Dr.-Ing. Matthias Korb
Florian Völk